Atemmasken neben Abendkleidern

Sonst werden im Willisauer LU-Couture-Atelier feine Stoffe zu edlen Abendkleidern verarbeitet – jetzt werden in Massenproduktion Schutzmasken genäht. So will das Atelier seinen Beitrag zur Eindämmung des Coronavirus leisten, wie die Standortleiterin Daniela Pisaniello dem WB erzählt.

Das Atelier vom Modellabel LU Couture in Willisau hält sich an die Sicherheitsbestimmungen des Bundes. Foto zvg

Die Anzüge, die Abendkleider – Augenweiden! Das Modeatelier LU Couture näht Einzelanfertigungen. Massgeschneidert, in feinster Handarbeit. Nebst Luzern hat das Label auch in Willisau einen Standort. Momentan herrscht da – wie fast überall – eine Ausnahmesituation. Statt exklusive Stoffe zu verarbeiten, werden Gesichtsmasken genäht. In Massenproduktion. Neuland für die Modedesigner. «Zuerst mussten wir ausprobieren – wir haben ettliche Prototypen möglicher Masken entwickelt», sagt Daniela Pisaniello, Produktionsleiterin des Ateliers in Willisau, auf WB-Anfrage.

Für Apotheken und Altersheime
Mit Erfolg: Es seien zwei verschiedene Produkte entwickelt worden, die den Testkriterien entsprechen würden, so Pisaniello. Die Masken seien wiederverwendbar und waschbar bei 95 Grad Celsius. Die sogenannten Wechselfiltermasken hätten einen austauschbaren zertifizierten Filter, den LU Couture importiere. Antibaktieriell, pollen- und staubresistent seien diese Masken. Und vor allem: vom Kanton geprüft. Heisst: Sie bieten genügend Schutz, dass sie auch in Apotheken, Altersheimen oder auf für die Spitex in Einsatz kommen können. «Nur im Spital sind die Anforderungen höher», sagt Pisa­niello. Doch die Schutzmasken in grossen Massen zu liefern, sei sowieso nie das Ziel dieser Aktion gewesen. «Sollten Grossbestellungen reinkommen, sind wir im Gespräch mit einem Partner.» Vor allem sollen aber auch Privatpersonen angesprochen werden, die sich mit den Masken schützen wollen. Diese hätten auch schon fleissig bestellt – und täglich gebe es neue Anfragen von Einzelkunden. «Ich bin positiv überrascht von der guten Resonanz.» Pro Woche könnten 2000 Masken geliefert werden.

Gute Resonanz
Die Bestellungen können online getätigt werden. «Unabhängig vom Coronavirus haben wir Anfang Jahr einen Onlineshop lanciert.» Ein glücklicher Zufall – schliesslich bleiben die Ateliers für Kunden aufgrund der Anordnungen des Bundesrats geschlossen. «Aber so können wir nebst den Masken auch ausgewählte Kleidungsstücke auf Bestellung nach Hause senden», sagt Pisaniello. Sie betont, dass neben der Maskenproduktion auch der normale Atelier-Alltag noch weiterlaufe. «Es gibt nach wie vor Aufträge, die wir bearbeiten.» Jedoch habe man auf die unbefriedigte Nachfrage der Gesellschaft nach Masken reagieren wollen. «So können auch wir einen Beitrag zur Eindämmung des Virus leisten.»

Lernende sind motiviert
Das hätten auch die Lernenden eingesehen: «Sie sind trotz der veränderten Umstände motiviert, mit anzupacken.» Damit die Kettenproduktion nicht allzu langweilig werde, hätten sie Schichtdienste eingeführt. «So kann auch der nötige Abstand von zwei Metern eingehalten werden.» Die LU Couture AG bildet aktuell 25 Personen zu Bekleidungsgestalterinnen aus. bos

Weitere Informationen zu den Schutzmasken finden Sie unter www.lu-couture.ch.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Web page addresses and email addresses turn into links automatically.