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Lernende starten Rettungsaktion für LU Couture

Die Lernenden des Lehrateliers LU Couture wollen die Schliessung ihres Ausbildungsbetriebs verhindern. Mit einer Petition fordern sie den Luzerner Regierungsrat auf, den Entscheid zu überprüfen und weiterhin neue Lehrverträge zu ermöglichen. Ende November wollen sie die gesammelten Unterschriften übergeben.

Chantal Bossard

Der Entscheid kam für Sofia Bründler überraschend. Die 20-Jährige aus Rickenbach absolviert bei LU Couture in Willisau das zweite Lehrjahr zur Bekleidungsgestalterin. Von den finanziellen Schwierigkeiten des Ausbildungsbetriebs habe sie nichts mitbekommen. «Das Klima im Betrieb war sehr positiv. Wir hatten eine tolle Lernumgebung und super Berufsbildnerinnen und Berufsbildner», sagt sie. Dass der Betrieb geschlossen werden könnte, habe sie nicht erwartet. «Es war schon ein Schock, als die Information kam», sagt sie. Nun will sie sich mit den anderen Lernenden dagegen wehren. Sofia Bründler hat die Initiative für eine Petition ergriffen, zusammen mit Jael Baumgartner aus Triengen und Ana Goerre aus Sursee. Damit fordern sie den Regierungsrat auf, den Schliessungsentscheid zu überprüfen und den Verzicht auf neue Lehrverträge rückgängig zu machen. Gemeinsam mit der Branche und der Privatwirtschaft sollen Lösungen gesucht werden, um LU Couture als Ausbildungsbetrieb zu erhalten.

29 Lernende betroffen

Mitte Oktober hatte der Kanton Luzern bekannt gegeben, dass er den Ausbildungsbetrieb schrittweise auflösen will. Grund sind die anhaltenden finanziellen Schwierigkeiten der LU Couture AG. Auch mit weniger Lernenden und einer Konzentration auf einen Standort wären gemäss Analyse des Verwaltungsrates zusätzliche kantonale Mittel nötig. Der Regierungsrat will die Beiträge jedoch nicht dauerhaft erhöhen.

Der Standort Willisau soll Ende 2027 geschlossen werden, spätestens mit dem Ende des Schuljahres 2028/29 soll auch in Luzern Schluss sein. Insgesamt sind 29 Lernende betroffen, 19 davon in Willisau. Sie sollen ihre Ausbildung grundsätzlich wie geplant abschliessen können. Neue Lehrverträge werden bereits keine mehr abgeschlossen. Seit der Gründung im Jahr 2013 hat LU Couture gemäss Kanton 107 junge Berufsleute ausgebildet. Für Sofia Bründler steht mehr auf dem Spiel als der Fortbestand eines einzelnen Betriebs. «Der Wert der Schweiz liegt auch in ihrer vielseitigen Bildung. Wir müssen dafür sorgen, dass das Wissen und das Handwerk auch künftig hier erhalten bleiben», sagt sie.

Perspektive für Willisau

Bründler hofft, dass der Standort Willisau bleibt – idealerweise in Verbindung mit der Berufsfachschule vor Ort. Mit dem Wegfall der Ausbildungsplätze bei LU Couture könnte auch der entsprechende Bildungsgang am Berufsbildungszentrum Willisau (BBZW) in Willisau gefährdet sein. Lernende müssten ihre Ausbildung dann andernorts absolvieren.

Auch das Atelier im Städtli habe aus ihrer Sicht noch Potenzial. Zwar gebe es nicht besonders viel Laufkundschaft, doch die Rückmeldungen aus der Bevölkerung seien positiv. Viele Menschen seien begeistert vom Atelier und seiner Arbeit. Führungen böten zudem die Möglichkeit, Einblick in das Schneiderhandwerk zu erhalten.

Konkrete Vorschläge zur künftigen Finanzierung haben die Lernenden bislang nicht ausgearbeitet. Mit der Petition wollen sie zunächst ihren Widerstand gegen den Entscheid sichtbar machen und eine erneute Prüfung erreichen. Sofia Bründler sagt, die Unterstützung aus dem Umfeld sei bereits spürbar. Viele Menschen würden helfen und Kontakte vermitteln. Das stimme die Lernenden zuversichtlich.


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