Mit Stolz feiern und geniessen

Die Schötzerin Ramona Marfurt, My Weibel AG Willisau, holte die Ehrenmeldung.
Foto Eveline Beerkircher/ AURA
57 Lernende durften am Mittwoch am BBZ Willisau ihr QV-Diplom entgegennehmen. Die Lehrabschlussfeier bot humorvolle Ansprachen, viel Anerkennung und lang anhaltenden Applaus von Eltern, Lehrbetrieben, Lehrpersonen und Mitabsolvierenden.
Rektor Tony Röösli durfte die Abschlussklassen der Branchen Bäcker-Konditor-Confiseur/in EFZ und EBA, Fleischfachleute EFZ sowie Bekleidungsgestaltung EFZ in der Sporthalle des BBZ Willisau zur Schlussfeier begrüssen. Musikalisch empfangen wurden die Gäste von Cantinas. «Heute bekommen sie wohl den wertvollsten Zahltag während ihrer Ausbildung», richtete Tony Röösli seine ersten Worte direkt an die Lehrabsolventinnen und Lehrabsolventen. Spannende Berufe mit zwei oder drei Lehrjahren hätten sie gewählt. Mit den Begriffen geschwitzt, angestrengt, organisiert, verzichtet und durchgezogen umschrieb er den Weg, den die jungen Berufsleute gegangen seien, um ihr grosses Ziel zu erreichen: eine eidgenössisch diplomierte Fachkraft im gewählten Beruf zu werden. Den Lohn dafür dürften sie heute empfangen. Für diese Leistung gab es einen ersten kräftigen Applaus aus dem Saal. Nur bedingt würden die Zeugnisnoten auf die eben erwähnten Leistungen hinweisen. Die während der Lehrzeit erworbenen Kompetenzen brauche es, um im Leben erfolgreich sein zu können. Fachliche und überfachliche Fähigkeiten müssten nun stetig weiterentwickelt werden. Hinzu komme auch die Auftrittskompetenz, die an der Abschlussfeier beim Gang über den roten Teppich erstmals gefragt sei. Diesen Augenblick solle jede und jeder geniessen.

Ehrenmeldungen, von links: Alma Zurfluh, Emmenbrücke – Lucie Conrad, Nods BE – Ramona Marfurt, Schötz – Bettina Laimbacher, Rickenbach b. Schwyz – Sonja Heinzer, Goldau – Paula Stein, Bülach.
Foto Cornelia Schmid
Sich Zeit geben
Dr. Armin Hartmann, Regierungsratspräsident und Vorsteher des Bildungs- und Kulturdepartements des Kantons Luzern, eröffnete seine Festrede mit den Worten: «QV-Feiern sind die schönsten Anlässe für mich.» An die Absolventinnen und Absolventen gerichtet, lobte er sie dafür, dass sie sich für Berufe entschieden hätten, die den Menschen Freude bereiteten. Mit einem sitzenden Kleid, dem Duft eines Brotes, dem Anblick einer kreativen Torte oder Spezialitäten für eine Grillparty würden sie mit Können und Fachwissen den Alltag vieler Menschen verschönern, ihnen unvergessliche Momente und damit Lebensqualität schenken. Mit ihrer Ausbildung in anspruchsvollen Berufen seien sie gesuchte Fachkräfte. Humorvoll zog er Vergleiche mit verschiedenen Produkten heran, um den Feiernden mit auf den Weg zu geben, dass sie heute alle am gleichen Ziel angelangt seien – unabhängig davon, wo sie gestartet seien. So stehe ein Gipfeli möglicherweise dafür, dass der Weg nicht immer für alle gradlinig gewesen sei. Oder man habe, wie eine Bratwurst, auch bei grosser Hitze dem Druck standhalten müssen und sich vielleicht manchmal gefragt, ob es denn für das Abschlusszeugnis reichen werde. Sicher habe nicht jede und jeder aus dem Vollen schöpfen können, sei kein Vollkornbrot gewesen, vielleicht eher ein Ruchbrot, das sich entwickeln müsse und Reifezeit brauche.
Künstliche Intelligenz sei nicht mehr wegzudenken, ersetze den Menschen jedoch nie. Kreativität, Erfahrung und Können lebten im Beruf weiter. Verlasse ein zufriedener Kunde das Geschäft, dürfe man stolz auf die eigene Leistung sein. Neugierig bleiben und jeden Tag etwas Neues lernen, gab er den jungen Berufsleuten als Ratschlag für die Zukunft mit auf den Weg. Mut zu Herausforderungen, Freude und Gesundheit wünschte er ihnen und schloss mit den Worten: «Jeden Tag etwas schaffen, das Freude bereitet – zu diesen Menschen gehören sie.»

Regierungsratspräsident Armin Hartmann bei seiner Festrede.
Foto Eveline Beerkircher/ AURA
Viel mehr als nur eine Zahl
Grussworte überbrachten auch Peter Aregger, Co-Präsident Bäcker-Confiseurmeister-Verband Kanton Luzern, Markus Roten, Präsident Zentralschweizer Fleisch-Fachverband, und Liliane Knüsel, Präsidentin Netzwerk Mode & Gewerbe. In ihren Reden wiesen sie alle darauf hin, wie wichtig ein gutes Umfeld sei. Ein gutes Team am Arbeitsplatz, ein unterstützendes Umfeld in der Schule und ein Elternhaus, das mitträgt, seien ebenso wichtig wie Kameradinnen und Kameraden. Ob man früh aufstehen musste, Fehler akzeptieren und daraus lernen konnte, die Bereitschaft zeigte, sich stetig weiterzubilden, oder lernte, die unentbehrlichen kleinen Werkzeuge richtig einzusetzen – all dies habe dazu beigetragen, heute feiern zu dürfen. Markus Roten erwähnte augenzwinkernd, dass er einen kleinen «Gen-Fehler» habe: «Das Heimge’h’n fehlt mir – ich hoffe euch heute auch.» Humorvoll blickten Ragad Al-Karmo und Lia Arquint der Klasse W-BG23a auf die Lehrzeit zurück. Sie holten allerlei Gegenstände aus einer Tasche und warfen sie hinter sich. Ihre klare Botschaft, die vom Publikum mit grossem Applaus gewürdigt wurde: Eine schlechte Prüfungsnote während der Lehre oder eine misslungene Arbeit spielten heute keine Rolle mehr. Sie alle hätten den Abschluss geschafft. Sie seien viel mehr als nur eine Zahl, hätten eine tolle Zeit miteinander verbracht und dankten der Lehrerschaft, den Ausbildnern und den Eltern. Drei Jahre lang hätten sie alle ihr Bestes gegeben, und mit Stolz stünden sie heute hier. Bevor die Zeugnisse übergeben wurden, durften sich die Gäste die Lehrjahre nochmals bildlich vor Augen führen lassen. Eindrückliche Bilder hatte der Mediamatiker-Lernende im ersten Lehrjahr, Cyrill Burger, zusammengestellt und als PowerPoint-Präsentation gezeigt. Mit strahlenden Gesichtern schritten die Diplomierten anschliessend über den roten Teppich, nahmen ihr Zeugnis und ein Branchen-Geschenk entgegen, posierten für das Erinnerungsfoto und eröffneten beim Apéro den gemütlichen Teil der Abschlussfeier.

Musikalische Umrahmung der Abschlussfeier.
Foto Eveline Beerkircher/ AURA
Newsletter
Melden Sie sich hier kostenlos für unseren Newsletter an und erhalten Sie die neusten Nachrichten aus der Region Willisau, dem Wiggertal, dem Kanton Luzern und Sport regelmässig am Morgen in Ihr E-Mail-Postfach.
Anmelden
Kommentieren & mitreden
Sie wollen diesen Artikel kommentieren? Kommentieren Sie sachlich, respektvoll. Wir freuen uns.
Hier registrieren und vollen Zugang erhaltenSie haben bereits ein Konto ?
Zur Anmeldung