Bei der Badi gehen die Wogen hoch

Der Gemeinderat verschiebe den Entscheid der Badi-Sanierung, obwohl er ein abstimmungsreifes Projekt vorgelegt bekommen habe. Dies schreibt der Verwaltungsrat der Badi Reiden AG in einer am Mittwoch verschickten Medienmitteilung, die für Zündstoff sorgt. 

Die Diskussionen zeigen: Der Verwaltungsrat der Badi Reiden AG und der Gemeinderat ziehen nicht am gleichen Strick. Foto bo.

Mit der Aussage des Gemeinderates, der politische Prozess sei erst am Anfang,  ist der Verwaltungsrat der Badi Reiden nicht einverstanden – dies geht aus einer am Mittwoch versandten Medienmitteilung hervor (siehe Anhang hier). Ein Schreiben, welches der für den ferienabwesenden Hans Kunz sprechenden Vizepräsident und Gemeinderat Willi Zürcher nicht einfach so im Raum stehen lassen will.  

Den Ausschlag für die voraussichtliche Verschiebung der Urnenabstimmung habe insbesondere eine total geänderte Ausgangslage hervorgerufen, was die Finanzierung des 9,5-Millionen-Franken-Projekts angehe.  «Mehrfach ist die Aussage des Verwaltungsrates protokolliert, dass die Badi Reiden AG den erforderlichen Kredit über sechs Millionen Franken alleine mit dem Baurechtsvertrag des Grundstücks erhält. Der Gemeinderat muss sich auf fachliche Aussagen stützen können.» Von einem abgeschlossenen politischen Prozess könne in Anbetracht einer zwei Monate vor Abstimmung auftauchenden Bürgschaft über sechs Millionen Franken keine Rede sein, welche die Gemeinde für die Kreditaufnahme leisten müsste.

Der Gemeinderat wolle den Bürgern nicht vor die Wahl zwischen einem 9,5-Millionen-Sanierungsprojekt und einem 2,5-Millionen Franken teuren Rückbau stellen, so Zürcher. «Dies wäre fatal. Einerseits, weil wir uns auch hinter die Badi stellen. Andererseits müssen wir unsere politische und finanzielle Verantwortung wahrnehmen», sagt Zürcher. Das vorliegende Projekt übersteige unter den gegebenen Umständen die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde. «Ein Ja der Stimmberechtigten könnte sich fatal auswirken.» Der Gemeinderat habe deshalb den Verwaltungsrat aufgefordert, das aktuelle Projekt einem deutlich tieferliegenden und maximalen Kostenbetrag anzupassen. 

In zwei Punkten scheinen sich der Verwaltungsrat der Badi Reiden AG und der Gemeinderat einig zu sein: Beide wollen die für die gesamte Region wichtige Institution erhalten und deren Zukunft sichern. Beide erachten die Sanierung als dringend erforderlich. Der Weg dazu dürfte aufgrund der einmal mehr öffentlich ausgetragenen Differenzen jedoch steinig werden. «Die Medienmitteilung des Verwaltungsrates wird ganz sicher aufs Tapet kommen», sagt Zürcher, der seinen Ärger über dieses Schreiben offen kund tut. «Die Badi Reiden AG ist zu 100 Prozent im Besitz der Gemeinde – obwohl im Verwaltungsrat mit Bruno Aecherli ein Mitglied des Gemeinderates sitzt, waren wir über diese Stellungnahme nicht informiert.» Alleine dies zeige, wie weit der politische Prozess in der Badi-Frage vorangeschritten sei.  

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Printausgabe vom Freitag. 

 

 

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