Das aktuelle WB-Gspröch

«Gemeinsam geben wir alles»

Am Freitagabend waren die Mitglieder der Feuerwehr Wiggertal in Begleitung zum diesjährigen Schlussrapport in der Turnhalle Richenthal geladen. Kommandant Roland Röthlin durfte dazu Vertreter der umliegenden Feuerwehren und weitere Gäste begrüssen.

Kommandant Roland Röthlin liess im Verlaufe des Abends das «Feuerwehr-Jahr 2022» Revue passieren. Bei verschiedenen Ereignissen leisteten seine Leute total 1114 Einsatzstunden. Rund die Hälfte dieser Zeit wurde für Brandbekämpfung benötigt. «Um all die Aufgaben erfüllen zu können, sind Menschen gefragt, die sich selbstlos engagieren», sagte Roland Röthlin. Erfreulicherweise haben 13 Frauen und Männer den Einführungskurs absolviert. Damit beträgt der Ist-Bestand der Feuerwehr Wiggertal 120 Personen. «Dank guter Ausbildung und steter Weiterbildung ist die Feuerwehr Wiggertal für Ernstfälle bestens gerüstet», sagte Röthlin weiter. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 67 Kurstage absolviert und 86 Übungen und Rapporte durchgeführt. Bei einer von der kantonalen Gebäudeversicherung angeordneten Inspektion verdiente sich die Wehr gute Noten. «Kleinere Ungereimtheiten, die im Bericht vermerkt sind, versuchen wir umgehend zu optimieren», erklärte Roland Röthlin. Werbung in eigener Sache wurde mit Auftritten beim Ferienspass Reiden und der Hobby-Ausstellung in Wikon betrieben.

Ehrungen und Beförderungen

Nach den interessanten Ausführungen des Kommandanten nahm sein Stellvertreter Martin Lieb zahlreiche Ehrungen (siehe Fussnote) vor. Leider mussten auch fünf Feuerwehrleute verabschiedet werden. Roland Röthlin durfte in der Folge verschiedenen Mitgliedern zu einer Beförderung gratulieren.

Die Feuerwehr Wiggertal startet unter dem Motto «Gemeinsam geben wir alles» ins neue Jahr. Es sind einige wenige organisatorische Änderungen im personellen Bereich zu verzeichnen. Oblt Lukas Erni amtet als neuer Ausbildungschef, Oblt Christian Keist steht neu dem Atemschutz vor und Kpl Mary-Lou Jäger amtet als Stellvertreterin des Chefs Sanität. Kommandant Röthlin gab die Ausbildungsziele der Wehr bekannt und erläuterte kurz das Jahresprogramm. Der Einsatz der Atemschutzabteilung am 5. Mai an der Luga in Luzern stellt einen besonderen Höhepunkt dar. Weiter sind durch die Gebäudeversicherung zwei Übungsinspektionen angekündigt.

Neue Brandschutzkleider

Damit die Wehr ihren Auftrag erfüllen kann, ist eine moderne Ausrüstung erforderlich. Im Frühling werden alle Mitglieder mit einer neuen Brandschutzbekleidung ausgestattet. Gleichzeitig wird auch ein Dienstanzug abgegeben. Bei einer Annahme des Budgets 2023 durch die stimmberechtigen Reider wird es der Wehr möglich sein, das in die Jahre gekommene Verkehrs-/Zugfahrzeug zu ersetzen.

Gemütlicher Abend

Vor dem Schlussrapport, durch den Roland Röthlin speditiv führte, wurden die Anwesenden mit einem leckeren Nachtessen aus der Reider «Sonnen»-Küche verpflegt. Gemeinderätin Vera Schwizer überbrachte auf humorvolle Weise die Grüsse der Gemeinden Wikon und Reiden. Sie bedanke sich bei den Feuerwehrleuten für den selbstlosen Einsatz. Einen weiteren Dank richtete sie an deren Partnerinnen und Partner für deren Unterstützung. Abschliessend überreichte sie Roland Röthlin und dessen Stellvertreter Martin Lieb eine vorzeitige Weihnachtsüberraschung. Nach dem offiziellen Teil wurde in der Turnhalle noch lange diskutiert und gelacht. Das durften die «Feuerwehrler» mit gutem Gewissen tun, hatte sich doch die Feuerwehr Hürntal in freundnachbarlicher Weise bereit erklärt, bei Ernstfällen vor Ort zu sein. -i.

 

Dienstjubilare

10 Jahre: Lt Andreas Häfliger; Lt Christian Keist; Lt Thomas Grossenbacher; Kpl Markus Vonmoos; Gfr Reto Nussbaumer; Sdt Lucas Bass; Sdt Dominik Rölli. 15 Jahre: Oblt Lukas Erni; Oblt Patrick Schacher; Wm Thomas Lütolf; Sdt Valon Shabanaj. 20 Jahre: Oblt Ivan Zanin. 25 Jahre: Gfr Peter Meier. 30 Jahre: Oblt Beat Vogel

Beförderungen

Zur Fourierin: Sdt Melanie Schöpfer. Zum Gruppenführer/ zur Gruppenführerin: Sdt Dominik Aregger, Sdt Mary-Lou Jäger, Sdt. Philipp Vonarburg, Sdt Stefan Frei, Sdt Ramon Widmer. Zum Oberleutnant: Lt Christian Keist, Lt Thomas Grossenbacher.

Neues Lokal auf dem Wunschzettel

Roland Röthlin, seit drei Jahren sind Sie Kommandant der Feuerwehr Wiggertal. Zwei Jahre davon waren von der Pandemie geprägt. Wie erlebten Sie diese Zeit?

Die angeordneten Vorschriften erschwerten unsere Arbeit und stellten uns vor grosse Herausforderungen. Zum guten Glück durfte ich auf grosses Verständnis der Mannschaft zählen. Die Wehr war immer einsatzfähig, Übungen konnten jedoch nur reduziert durchgeführt werden.

Genau in diese Zeit fielen auch die beiden Hochwasser 2021. Welche Lehren wurden daraus gezogen?

Tatsächlich stellten diese Ereignisse eine besondere Herausforderung für uns dar, bei der wir an unsere Grenzen stiessen. Der mehrtägige Einsatz der Wehr war nur dank des grosszügigen Entgegenkommens vieler Arbeitgeber möglich. Wir haben nun weitere Massnahmen getroffen und halten Material bereit, um für ähnliche Situationen gerüstet zu sein. Die Feuerwehr zählt gleichzeitig auf die Unterstützung der Grundeigentümer, die gehalten sind, ebenfalls entsprechende Vorkehrungen zu treffen.

Wie ist es bei der Feuerwehr Wiggertal um den Nachwuchs bestellt?

Erfreulicherweise wurden die Informationsveranstaltungen besser besucht. Die junge Generation zeigt vermehrt Interesse am Mitmachen bei der Feuerwehr. Auch im nächsten Jahr sollten wir wieder einige neue Mitglieder in unserem Kreise begrüssen dürfen.

Feuerwehrleute leisten einen selbstlosen Einsatz. Sie helfen in verschiedensten Situationen, retten gar Leben. Sind sie Helden?

Ich glaube nicht, dass wir Helden sind oder als solche bezeichnet werden wollen. Wir erfüllen bei den Einsätzen unsere Pflicht, um Schäden zu minimieren und im Bedarfsfalle auch Leben zu retten.

Bald ist wieder Weihnachten. Welchen Wunsch ans Christkind haben Sie für die Feuerwehr?

Da muss ich nicht lange studieren. Wir benötigen dringend ein neues, zentral gelegenes Lokal, in dem wir all unsere Gerätschaften und Fahrzeuge unterbringen können. Sollte dieser Wunsch Realität werden, bliebe uns viel Arbeit erspart.

Interview Emil Stöckli

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