Coronakrise schlägt in Luzern nicht auf Lehrstellen durch

Die durch die Coronapandemie verursachte Wirtschaftskrise hat 2021 keine negativen Auswirkungen auf den Luzerner Lehrstellenmarkt gehabt. Die Zahl der bis Ende Mai abgeschlossenen neuen Lehrverträge liege sogar leicht über dem Wert von 2020, teilte die kantonale Dienststelle Berufs- und Weiterbildung am Dienstag mit.

Eine Coiffeuse während der Ausbildung: Im Kanton Luzern sind bislang trotz Corona nicht weniger Berufslehrverträge abgeschlossen worden als 2020. (Archivaufnahme) Foto: Keystone-SDA

Bis Ende des letzten Monats wurden 3345 Lehrverträge abgeschlossen, ein Jahr zuvor waren zu diesem Zeitpunkt 3158 Vertragsabschlüsse gezählt worden. Die Dienststelle Berufs- und Weiterbildung rechnet deswegen damit, dass bis Ende Juli eine ähnlich hohe Zahl Lehrverträge abgeschlossen wird wie 2020.

Die Dienststelle erwartet, dass noch rund 1200 Lehrverträge ausstehen. Insgesamt gebe es noch immer einen Lehrstellenüberhang, sagte Dienststellenleiter Christof Spöring auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Es gebe somit keinen Mangel, und gerade gewerbliche Betriebe würden noch Lernende suchen. Die Wirtschaft brauche Nachwuchs, denn es würden auch viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer pensioniert.

Praktisch keine freien Lehrstellen mehr gibt es gemäss der Mitteilung in der Informatik, im KV oder in den Gesundheits- und Sozialberufen. Freie Lehrstellen gibt es noch in den grossen Berufsgruppen der Elektrotechnik, der Fahrzeugbranche, der Gebäudetechnik oder des Gastgewerbes.

Bei den Schulabgängerinnen und -abgängern populär sind Berufe in der Informatik, im Detailhandel, im Gesundheits- und Sozialwesen, in der Fahrzeugbranche, in der Landwirtschaft und in der Logistik. In diesen Branchen seien bislang deutlich mehr Lehrverträge abgeschlossen worden als in den Vorjahren, teilte die Dienststelle mit.

Wegfall der Schnupperlehren
Trotz der Coronakrise sei die Berufsbildung im Kanton Luzern somit in einer stabilen und positiven Situation, hiess es weiter. Die Bedenken, dass der coronabedingte Ausfall von Schnupperlehren zu weniger Lehrverträgen führen könnte, hätten sich nicht bewahrheitet. Die Krise habe sogar dazu geführt, dass in einigen Branchen die Betriebe ihre Lehrstellen früher besetzt hätten.

Selbst in der Gastronomie, die besonders unter den wegen der Pandemie verhängten Einschränkungen litt, scheint die Lehrstellenlage intakt zu sein. Die Zahl der Lehrvertragsabschlüsse liege im Rahmen der letzten Jahre, teilte die Dienststelle mit.

Schwieriger dürfte die Situation für diejenigen sein, die diesen Sommer die Lehre abschliessen. Zahlreiche Betriebe zögerten noch immer, zusätzliches Personal einzustellen, hiess es in der Mitteilung. Er sei diesbezüglich aber nicht wirklich in Sorge, sagte Spöring. Die Wirtschaftsprognosen seien eher positiv.

Aus dem Kanton Schwyz waren am Montag ebenfalls positive Signale zur Lehrstellensituation gekommen. Es sei davon auszugehen, dass der Berufseinstieg für die Mehrheit der Schulabgängerinnen und -abgänger problemlos ablaufe, schrieb der Regierungsrat in seiner Antwort auf eine Interpellation aus dem Kantonsrat.

Im Kanton Schwyz wurden bis Ende April 857 Lehrverträge abgeschlossen. Diese Zahl liegt im Rahmen der beiden Vorjahre, als bis Ende April 844 und 883 Vertragsabschlüsse registriert worden waren. (sda)

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