Asylunterkunft wird vorerst nicht eröffnet

Symbolbild. Foto Benyamin Khan

Überraschende News zur geplanten Notunterkunft in der «Gesch San Stelle Wissenhusen» hörten am Donnerstagabend die Bürger von Schötz. So gab Silvia Bolliger, Abteilungsleiterin Asyl- und Flüchtlingswesen ad interim, an einer Infoveranstaltung bekannt: Vorerst werden in Schötz keine Asylsuchende unterirdisch einquartiert. Grund: Es ersuchen weit weniger Menschen um Asyl, als noch im Frühling erwartet wurde. So schliesst auch die Notunterkunft Nebikon einen Monat früher als geplant.

Die Zivilschutzanlage «Gesch San Stelle Wissenhusen» wird ab 1. Oktober zur Asylnotunterkunft: Dies teilte der Kanton Anfang Juli den Anstössern in Schötz per Brief mit und lud sie zu einer Infoveranstaltung ein. Die besagte Anlage befindet sich unmittelbar neben dem Schötzer Werkhof unterhalb des Parkplatzes. Der ursprüngliche Plan des Kantons: Statt Militärtruppen sollten aufgrund der Notlage für mindestens anderthalb Jahre bis zu 100 Asylbewerber in die unterirdischen Räumlichkeiten ziehen. Zudem hielt der Kanton vor zwei Monaten fest, er werde rund 150'000 Franken investieren, um die Infrastruktur für die Schutzsuchenden anzupassen.

Eröffnungstermin aufgeschoben

Am Donnerstag nun wurde die Schötzer Bevölkerung zu einer Infoveranstaltung per Flugblatt eingeladen. Dabei zeigte Silvia Bolliger, Abteilungsleiterin Asyl- und Flüchtlingswesen ad interim, auf, dass die Flüchtlingszahl derzeit deutlich kleiner ist, als erwartet wurde. So rechnete der Bund für 2016 mit rund 40'000 Asylgesuchen, nun hat er seine Prognose auf 30'000 reduziert. Zwei Vergleichszahlen: Im Juni 2015 ersuchten in der Schweiz 3805 Personen um Asyl, heuer waren es 2329. Die gleiche Tendenz wiederspiegelt der Vergleich des Monats Juli (2477 Personen) mit jenem vom Vorjahr (3896 Personen). Zu dieser Entwicklung haben verschiedene Faktoren beigetragen: So ist beispielsweise die Balkanroute geschlossen, gibt es eine Vereinbarung zwischen der EU und der Türkei oder setzt das Grenzwachtkorps das Dublin-Abkommen konsequent um und lässt nur Flüchtlinge einreisen, die noch in keinem "Schengen"-Staat einen Asylantrag gestellt haben. Bolliger erinnerte die Schötzer aber an den Rückstau von Flüchtlingen in Norditalien – von der prekären Situationen waren in den letzten Wochen am Fernsehen viele triste Bilder aus Como zu sehen. „Ein starker Anstieg des Flüchtlingsstroms", so Bolliger, „kann für 2017 nicht ausgeschlossen werden".

Momentan hat der Kanton laut Bolliger rund 1160 Zentrumsplätze (inklusive Notunterkünfte), wovon deren 760 besetzt sind. Aufgrund der jetzigen Asylsituation werde der Kanton daher vorerst die Notunterkunft in Schötz noch nicht eröffnen. Diese wird aber für einen schnellen Bezug bereitgestellt. Sie gilt als „strategiesche Unterkunftsreserve" für die ungewisse Entwicklung im Herbst/Winter 2016/2017.

Schötz erhält Entschädigung

Die Gemeinde Schötz hat diversen Millitäreinheiten eine Absage für die besagten Räumlichkeiten erteilt, weil deren Nutzung als Asylnotunterkunft auf den 1. Oktober vorgesehen war. Sie erhält nun vom Kanton während der Wartefrist eine Entschädigung für den Ertragsausfall dieser Militärbelegungen. Konkret 12'500 Franken pro Monat. Ebenfalls bestätigte der Kanton, dass die Nutzungsdauer als Notunterkunft inklusive Wartefrist „18 Monate“ beträgt.

Notunterkunft Nebikon geht frühzeitig zu

Die neusten Asylzahlen haben auch Folgen für die Notunterkunft „im Winkel“ in Nebikon. Sie schliesst nicht wie geplant Ende September, sondern bereits Ende August.

Ende 2015 war der Andrang von Asylsuchenden relativ gross, und in Nebikon wurden bis zu 70 Männer aus unterschiedlichen Ländern in der Zivilschutz-Anlage untergebracht. Gegenwärtig ist die Anlage mit etwa 30 Männern belegt.

„Rückblickend kann mit Freude festgestellt werden, dass bis auf einen Brandfall die Unterbringung der asylsuchenden Menschen ohne nennenswerte Zwischenfälle abgelaufen ist“, hält der Nebiker Gemeinderat fest. Er dankt besonders den Anwohnern, den Verantwortlichen der Schule Nebikon und der Dorfbevölkerung „für ihre Offenheit, ihre Unterstützung und das entgegengebrachte Verständnis“.

Ebenfalls geschlossen wird laut Silvia Bolliger Ende September die Asylunterkunft Meggen (50 Plätze).

Text: Norbert Bossart

Mehr zur Infoveranstaltung von Schötz in der kommenden Dienstagausgabe.

 

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