Gemeinderat Markus Dietrich tritt zurück

Aus beruflichen Gründen reichte Gemeinderat Markus Dietrich (FDP) dem Gemeinderat Wikon sein Demissionsgesuch auf den 31. März ein. Er macht aber kein Geheimnis daraus, dass er aufgrund der politischen Situation im Dorf ganz einfach genug hat. 

Markus Dietrich macht berufliche Gründe für seinen Rücktritt geltend. Der ehemalige IT-Projektleiter beim Bundesamt für Strassen trat im Juli eine neue Herausforderung als Verantwortlicher für die Betriebswirtschaftliche Software am Kantonsspital Luzern an. "Hier herrscht 24-Stunden-Betrieb. Dies führt zu unregelmässigen Arbeitszeiten und etwelchen Abendeinsätzen, was sich mit dem Gemeinderatsmandat schwer unter einen Hut bringen lassen", so Dietrich. Doch er macht auch keinen Hehl daraus, dass der neue Job nicht der einzige Grund ist, sein Gemeinderatsmandat und damit die Verantwortung für das Ressort Bildung Ende März 2019 niederzulegen. 

Die Wikoner Behörde macht derzeit eine schwierige Phase durch. Am 29. Oktober entschied das Luzerner Justiz- und Sicherheitsdepartement, dass der Gemeinderat seinem Finanz- und Liegenschaftsvorsteher Wolfgang Kunzelmann zu unrecht sämtliche Dossiers entzogen hat (der WB berichtete). Die zerfahrene Situation im Gemeinderat aufgrund dieses Urteils habe ebenfalls zu seinem Entschluss beigetragen, sagte Dietrich. «Sich an einem Ort politisch einzubringen, wo kein gegenseitiges Vertrauen möglich ist, macht keine Freude mehr", sagt Dietrich und fügt an: "Unter diesen Umständen will und kann ich die nötige Energie nicht mehr aufbringen. I mag nömm."

Dietrich hatte sein Zukunft im Rat bereits nach einer verlorenen gegangenen Abstimmung im September hinterfragt. Damals lehnten die Wikoner Stimmberechtigten eine Revision der Gemeindeordnung ab. Mit dieser wollte der Gemeinderat den Status der Schulpflege gegen deren Willen ändern, sie künftig als beratende statt als entscheidende Kommission zur Seite wissen. Das Abstimmungsresultat setzte mit 96 Ja-Stimmen zu 249 Nein-Stimmen zur Revision eine deutliche Niederlage für Schulverwalter Markus Dietrich und dessen Ratskollegen ab. «Den Entscheid der Stimmbevölkerung respektiere ich, aber ich kann ihn nicht mittragen. Persönlich muss ich nun über die Bücher gehen», sagte Markus Dietrich damals gegenüber dem «Willisauer Bote» und fügte bei der Frage nach einem allfälligen Rücktritt an: «Ich weiss noch nicht wie es weitergeht. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.»

Markus Dietrich gehört dem Wikoner Gemeinderat seit 2016 an. Im Verlaufe seiner zweijährigen Amtszeit wechselte er nach Ersatzwahlen im Juni 2017 vom Ressort Finanzen ins Ressort Bildung. Der Gemeinderat bedauert den Entscheid des Ratskollegen sehr, wie er in seiner am Freitag verschickten Medienmitteilung festhält.

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