Die Vorfreude überwiegt trotz Einschränkungen

Nach einem Jahr Unterbruch findet am kommenden Samstag die 48. Austragung des Willisauer Eröffnungsmeetings statt. Trotz Zuschauerverbot, Teilnehmerbeschränkung und schlechten Wetterprognosen ist die Vorfreude gross.

Der Nachwuchs (hier Lena Bussmann beim Meeting im Jahr 2019) und wie gewohnt die Mitglieder des Mehrkampfkaders werden auf dem Schlossfeld im Mittelpunkt stehen. Foto Archiv/pbi

Spezielle Situationen erfordern spezielle Massnahmen. Nach einem Jahr Unterbruch wird am Samstag auf dem Schlossfeld endlich wieder ein Leichtathletikmeeting über die Bühne gehen; unter Einhaltung der Schutzbestimmungen aufgrund der Corona-Pandemie zwar nur eines im kleineren Rahmen, aber immerhin.

Das OK des Willisauer Eröffnungsmeetings hat im Vorfeld alles darangesetzt, den Wettkampf in diesem Jahr in irgendeiner Form durchführen zu können. Nach langwierigen Abklärungen, ständigen Anpassungen und der Ausarbeitung eines Schutzkonzeptes wird morgen endlich wieder gelaufen, gesprungen und geworfen. Gemäss Empfehlung des Verbandes Swiss Athletics sollten sich jedoch höchstens 300 Personen vor Ort aufhalten, was maximal 350 Starts entspricht. Aufgrund der geltenden Bestimmungen nach dem Bundesratsentscheid vom 14. April sind bei der 48. Austragung des Eröffnungsmeetings nur Nationalkaderangehörige und Athletinnen und Athleten mit den Jahrgängen 2001 und jünger zugelassen. 

 

Ohne den beliebten Sprintcup
Das OK unter der bewährten Leitung der ehemaligen Spitzenathletin Marlen Baumgartner hat sich deshalb dazu entschieden, neben dem Mehrkampfkader, das in Willisau bereits zum 39. Mal zu Gast ist, nur Athletinnen und Athleten der Kategorien U12 bis U20 eine Startmöglichkeit zu bieten. Auf die Durchführung des vor allem bei den Aktiven beliebten Sprintcups wird hingegen in diesem Jahr verzichtet.

Die Mehrkämpfer bestreiten einen Fünfkampf bestehend aus den Disziplinen 110 Meter Hürden, Diskuswerfen, Hochsprung, Kugelstossen und einem 1000-Meter-Lauf. Mit dem amtierenden Hallen-Schweizer-Meister Andri Oberholzer (NET Sportclub LA Amriswil) und dem Hallen-EM-Teilnehmer über 60 Meter Hürden, Finley Gaio (SC Liestal), sind zwei der zurzeit besten Schweizer Zehnkämpfer gemeldet.

Die Frauen messen sich in vier Disziplinen: 100 Meter Hürden, Hochsprung, Kugelstossen und über 150 Meter. Caroline Agnou (Satus Biel) und Sandra Röthlin (LA Nidwalden) sind dabei die am stärksten einzuschätzenden Athletinnen. Die Altbürerin Géraldine Ruckstuhl verzichtet hingegen auf einen Start in Willisau. Die 23-Jährige trat am vergangenen Samstag beim Diskus-/Speer-Meeting in Luzern an, wo sie im Speerwurf eine Weite von 51.50 Metern realisierte. Offiziell in die Freiluftsaison einsteigen wird sie am Auffahrtsmeeting in Langenthal.

 

Athletinnen und Athleten unter 20 Jahren (hier Jannis Pfrunder vom STV Willisau) stellen das Gros der Teilnehmer beim diesjährigen Willisauer Leichtathletikmeeting. Foto Archiv/Hanspeter Roos

 

Fokus liegt auf den Nachwuchsathletinnen und -athleten
Aus regionaler Sicht wird der Fokus deshalb auf den Nachwuchs-athleten liegen. So wird etwa die einheimische Lena Bussmann am Samstag ihre Freiluftsaison eröffnen. Die Maturandin tritt an ihrem Heimmeeting in ihrer Paradedisziplin Hochsprung an.

Mit den Zwillingsbrüdern Fabio und Danilo Küchler (TSV Rothenburg athletics), Joel Winterberg (Biberist aktiv! Leichtathletik), Andrin Huber (TV Teufen), Nanda Frei (AJ TV Landquart) und Mia Feer (Audacia Hochdorf) sind mehrere Leichtathletinnen und -athleten gemeldet, die an Nachwuchsschweizermeisterschaften bereits Titel und Medaillen gewonnen haben. 

Am Samstagmorgen findet für die Nachwuchsathleten des STV Willisau eine interne UBS-Kids-Cup-Ausscheidung statt. Das Eröffnungsmeeting startet um 13 Uhr und dauert bis etwa 17 Uhr. «Nach der Absage im Vorjahr sind wir sehr glücklich darüber, dass das Meeting nun stattfinden kann. Es ist für den gesamten Schweizer Sport gut, dass endlich wieder etwas läuft», so OK-Präsidentin Marlen Baumgartner. Nach dem Bundesratsentscheid vom 14. April sei einige Zeit unklar gewesen, was erlaubt sein würde und was nicht. So sei die 15-Personen-Regel bei Wettkämpfen in der Leichtathletik extrem schwierig einzuhalten. «Die Abklärungen waren sehr mühsam und wir mussten an ganz unterschiedliche Dinge wie beispielsweise an genügend Desinfektionsmittel, die korrekte Beschilderung oder die Einhaltung der erlaubten Anzahl an Personen auf dem Platz denken», so Marlen Baumgartner weiter. Neben den Teilnehmern sollen schliesslich auch die Helfer so gut wie möglich geschützt werden. Die schlechten Wetterprognosen hätten zusätzliche Überlegungen erfordert. Ein kleiner Wermutstropfen bleibe trotz Durchführung des Meetings. «Nach langem Hin und Her müssen unsere Aktiv-Athletinnen und -Athleten schweren Herzens nun doch auf einen Start am Heimmeeting verzichten und auch Zuschauer sind leider nicht zugelassen. Dennoch überwiegt bei mir ganz klar die Freude, dass wir endlich wieder einen Wettkampf durchführen können», so Marlen Baumgartner. 

 

Auch wenn die Aktiv-Athletinnen und -Athleten nicht dabei sein können, überwiegt bei mir ganz klar die Freude, dass wir endlich wieder einen Wettkampf durchführen können.
Marlen Baumgartner
OK-Präsidentin Leichtathletikmeeting Willisau

 

Hoffnung für Nicht-Kaderathletinnen und -athleten
Die aktiven Leichtathletinnen und Leichtathleten, die keinem nationalen Kader angehören, dürfen zurzeit lediglich in Gruppen von maximal 15 Personen Wettkämpfe absolvieren. Diese Miniwettkämpfe müssen zwingend unter Ausschluss von Publikum stattfinden. Der nationale Leichtathletikverband Swiss Athletics fordert die Vereine auf seiner Website explizit auf, jenen Athletinnen und Athleten, «welche sehr stark unter den bisherigen Corona-Restriktionen gelitten haben», Startmöglichkeiten zu bieten. Wo und in welcher Form solche Wettkämpfe in den nächsten Wochen stattfinden werden, ist derzeit aber noch offen. Stefanie Barmet
 

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