Staatsanwaltschaft: Noch nie so viele Fälle

Am Dienstag präsentierte die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern die Jahresstatistik 2015. Erstmals in der Geschichte der Luzerner Strafverfolgungsbehörden wird bei den Falleingängen die 50'000-Marke überschritten.

Oberstaatsanwalt Daniel Burri (links) und Guido Emmenegger, Leiter Zentrale Dienste. Foto WB-Archiv

Nach den Jahren 2013 und 2014 verzeichnet die Staatsanwaltschaft für das Geschäftsjahr 2015 bezüglich der Fallbelastung zum dritten Mal in Folge einen weiteren Rekordwert (+1388 Fälle / +3 Prozent). Doch Oberstaatsanwalt Daniel Burri betonte: "Die Gesamtstatistik zeigt ein ausgeglichenes, eher unauffälliges Bild, wie schon im letzten Jahr."

Nebst dem Anstieg bei den Übertretungen im Allgemeinen und den Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz im Speziellen sind die Zahlen bei den Betäubungsmitteldelikten gestiegen (+13,5 Prozent), was laut Burri aber aufgrund der in den letzten zwei Jahren rückläufigen Entwicklung nicht als Trendwende gewertet werden darf. In allen anderen Deliktsbereichen ist die Entwicklung der Fallzahlen marginal und damit wenig auffällig. Bei den Delikten gegen Leib und Leben kamen erneut weniger Straftaten zur Anzeige (-7 Prozent).

 

Weniger Gewaltkriminalität bei den Jugendlichen

Im Vergleich zum Vorjahr hatte man bei der Jugendanwaltschaft zwar 185 Fälle mehr zu bearbeiten. Die Gewaltdelikte gingen jedoch zurück. Dies darf laut Staatsanwaltschaft nicht überbewertet werden. Bei der Jugendkriminalität liessen grössere Schwankungen nicht auf einen Trend schliessen, zumal die Fallzahlen dort in gewissen Deliktsbereichen ohnehin sehr tief seien und stets grösseren Veränderungen unterlägen.

 

Neue Abteilung für Wirtschaftsdelikte ab 1. Juli 2016

„Im Jahr 2015 haben wir im Kanton Luzern die entscheidenden Weichen gestellt für eine neue Abteilung Wirtschaftsdelikte", sagte Oberstaatsanwalt Daniel Burri, der mehrmals seine Freude darüber äusserte, dass diese "nach einem grossen Kampf" nun tatsächlich umgesetzt wird. Nach intensiven Planungs- und Vorarbeiten wird die neue Abteilung im Juli 2016 eröffnet und operativ tätig. Im Moment laufen die Planung der Umbauarbeiten in den Büroräumlichkeiten im Schappecenter in Kriens wie auch die Rekrutierungsarbeiten für das Personal und die Führung der Abteilung.

Bei der Wirtschaftskriminalität blieb die Situation gegenüber dem Vorjahr unverändert. Hier konnten zahlreiche Fälle mangels Ressourcen nicht bearbeitet werden. "Dank der neuen Abteilung werden wir schneller und wirksamer gegen die Wirtschaftskriminalität vorgehen können", zeigte sich Burri zuversichtlich.

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