Umzug setzt Fest die Krone auf

Mit einem imposanten Festumzug ging am Sonntagnachmittag das 62. Zentralschweizerische Jodlerfest zu Ende. Die Organisatoren ziehen eine positive Bilanz und beziffern die Besucherzahl mit total 75'000 Personen.

"Mir sind voll im Höch": Unter diesem Motto nahm die Fahnenschwinger-Vereinigung Luzern Umgebung am Festumzug teil. Foto ibs

«Heute schreiben wir das zweite Kapitel eines Märchens», sagte OK-Präsident Urs Kneubühler am Sonntagmorgen am offiziellen Festakt des 62. Zentralschweizerischen Jodlerfests in Schötz. Das erste Kapitel wurde vor 41 Jahren verfasst. Damals fand in der Gemeinde im Luzerner Hinterland das 35. «Zentralschweizerische» statt. Am Samstag wie Sonntag hatten die Organisatoren dasselbe Ziel: «Wir wollen unseren Besuchern ein tolles und vielfältiges Jodlerfest bieten.» 1977 sei das gelungen, 2018 abermals. «Es ist ein Anlass der Superlative», sagte Kneubühler. Anspielend auf das Festmotto fügte er an: «Wir erleben ZYT FÖR FRÖNDE vom Feinsten.» 

Das Organisationskomitee zeigte sich bereits am Sonntagmorgen zufrieden mit dem Verlauf des Grossanlasses. Auch die Gesamtobmänner der Sparten Jodeln, Fahnenschwingen sowie Alphorn- und Büchelblasen waren erfreut über den Verlauf der Wettvorträge. Der Jodelgesang wurde auf gewohnt hohem Niveau präsentiert. Durch die bewusste Aufwertung der Klasse 2 ist jedoch Zahl der Höchstklassierungen leicht gesunken. Beim Alphorn- und Büchelblasen sowie Fahnenschwingen hat sich die Qualität auf einem hohen Niveau stabilisiert. 

Jodelnder Regierungspräsident 

Ins selbe Horn wie OK-Präsident Kneubühler stiess der Luzerner Regierungspräsident Guido Graf: «Es ist überwältigend, was das Organisationskomitee auf die Beine gestellt hat.» Im Namen der gesamten Regierung gratulierte er und fügte an: «Mit Stolz darf ich sagen: ‹Schötzer chönd öppis›.» Das Motto des Jodlerfests sei passender denn je. Zeit haben und sich Zeit nehmen sei zur Rarität geworden. Heute jage ein Termin den anderen. «Ich frage mich, ob das längerfristig gut beziehungsweise gesund für unsere Gesellschaft ist.» Er sei überzeugt, so Graf, «dass gerade im Brauchtum diejenigen Werte gelebt werden, die das Wesentliche und somit den wahrhaftigen Erfolg unserer Gesellschaft ausmachen». 

Zudem ging der Regierungspräsident auf den Wert von Heimat ein. «Da, wo die Menschen füreinander da sind, da entsteht Heimat, da ist man zu Hause», sagte Graf und setzte zu einem Loblied an, im wahrsten Sinne des Wortes: Zusammen mit dem «Infusionenchörli» des Spitals Wolhusen trug der Vorsteher des Gesundheits- und Sozialdepartements das Lied «Ä Heimat ha» vor. Komponiert hatte dieses im Auftrag des singenden Magistraten Ruedi Bieri aus Finsterwald. In Schötz erfolgte die Ur-Aufführung. 

Kulturgut stärken 

Auch der Präsident des Zentralschweizerischen Jodlerverbands (ZSJV), Richard Huwiler, ging in seiner Rede auf die Werte von Tradition ein. «Jodeln, Alphorn- und Bücheblasen sowie Fahnenschwingen sind gross im Trend», sagte er. Und: «Seit einiger Zeit wollen andere Musikstilrichtungen von unserem Brauchtum profitieren.» Obwohl der ZSJV offen für Neues sei, müsse man bei dieser Entwicklung genau hinschauen. Deswegen verstehe sich der Verband als «Hüter des Brauchtums-Jodlergrals». Hauptaufgabe sei es, Altes zu bewahren und Neues aufzunehmen. Das mit einem steten Ziel: «Unser Kulturgut zu stärken, zu festigen und weiterzuentwickeln.» Der eingeschlagene Weg sei richtig, so Huwiler: «Wir kennen unsere Wurzeln und Werte und geben sie mit grossem Herzblut an die nächsten Generationen weiter.» Dass die nächste Generation daran interessiert ist, zeigte sich in Schötz insbesondere auch an der auffallend grossen Zahl von jungen Festbesucherinnen und -besuchern. 

Grosser Festumzug 

«Bruuchtom ond Tradition verbendet»: Unter diesem Motto fand am Sonntagnachmittag der imposante Festumzug mit 55 Nummern statt. 1600 Personen nahmen daran teil. Es war ein weiterer Glanzpunkt eines von vielen Highlights geprägten Fest-Wochenendes.

Autor: David Koller

Der WB berichtet in der Dienstagausgabe mit einer Extra-Beilag über den Grossanlass und zieht ausführlich Bilanz.

 

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