Wieder keine Äxte und Sägen im Einsatz

Zum zweiten Mal in Serie muss der Timbersportclub Luthern vor der Pandemie kapitulieren. Der Holzsportwettkampf in Luthern kann im Mai nicht stattfinden. Die Zukunft des jährlichen Grossanlasses ist ungewiss. In finanziellen Schwierigkeiten steckt der Organisator nicht.

Ein Spektakel im Sportholzfällen im Gebiet Schwarzenbach in Luthern (auf dem Bild David Birrer aus Luthern während der Disziplin «Springboard») wird es auch im Mai 2021 nicht geben. Foto Heini Erbini

Der Holzsportwettkampf in Luthern bietet den Zuschauern Jahr für Jahr ein grosses Spektakel mit messerscharfen Äxten, Sägen und reichlich Kleinholz. Immer im Mai findet das Grossanlass-Wochenende in Schwarzenbach in Luthern statt. «Es tut weh, zum zweiten Mal in Serie wegen der aktuellen Covid-19-Situation auf den Holzsportwettkampf zu verzichten», sagt Irene Wechsler, die zusammen mit ihrem Ehemann Geri das OK-Präsidium des Events ausübt. «Wie schon vor einem Jahr haben wir diesen Entschluss ganz früh gefasst», erklärt Wechsler. «Sonst wären wir nur auf den Kosten der ersten Vorbereitungsarbeiten sitzen geblieben. Früh haben wir gemerkt: Dass ein Grossanlass mit 3000 Personen im Mai stattfinden kann, ist sehr unwahrscheinlich.»

Gelegenheits- und Profisportler
Jährlich organisiert der Timbersportclub Luthern, der mit David Birrer (Luthern) und Severin Bühler (Hofstatt) über zwei Holzsport-Spitzenwettkämpfer verfügt, das Wettmessen in der Randsportart. Die Beliebtheit und das Zuschauerinteresse sind allerdings immer gross. Die Disziplinen sind attraktiv, bieten viel Spektakel. Der Anlass ist zweigeteilt. Immer am Samstag findet die Qualifikation für den Hauptwettkampf am Sonntag sowie gegen Abend ein Teamwettkampf statt, bei dem auch viele Gelegenheits-Holzsportler mitmachen und der Humor im Zentrum steht. Beispielsweise bei der besonderen Disziplin «Boom-Run», wo die Mitmachenden über den im Wasser schwimmenden und überhaupt nicht ruhigen Baumstamm laufen müssen. Natürlich fallen die meisten Mitmachenden zur Gaudi des Publikums ins Wasserbecken. Gewaltige 26 Fünferteams haben 2019 bei der letzten Austragung des Teamwettkampfs mitgemacht. Highlight des Anlasses bildet aber immer der Sonntag, wenn einer der Eurojack-Europameisterschaftswettkämpfe stattfindet. Wettkämpfer aus der Schweiz, Frankreich, Deutschland, Österreich, Italien und Tschechien bringen jeweils europäische Sportholzfäller-Spitzenklasse an den Fuss des Napfs. «Auch die Eurojack-EM-Wettkämpfe in den anderen teilnehmenden Ländern wurden für 2021 bereits grösstenteils abgesagt», bedauert Irene Wechsler.

Keinen finanziellen Schaden
Finanziellen Schaden nimmt der Timbersportclub Luthern wegen der zweiten Absage in Serie keinen. «Unser Anlass diente nie der Geldmacherei. Wir schauen immer darauf, dass es aufgeht – und den arbeitstüchtigen OK-Mitgliedern ein Znacht bezahlt werden kann», erklärt Wechsler. Die hohen Kosten für die Infrastruktur und das notwendige Holz sowie die Preisgelder, welche am sonntäglichen EM-Wettkampf ausbezahlt werden, holt der Timbersportclub Luthern immer mit dem Fest am Samstagabend rein. Und natürlich mit den Sponsoren: «ein weiterer Grund für die Absage unseres Events in diesem Jahr. Momentan macht es einfach keinen Sinn, Firmen mit Sponsorenanfragen zu verärgern. Viele von ihnen kämpfen ums Überleben. Sie müssen zu sich schauen.» Nicht auf das Portemonnaie schlagen die Mietkosten. «Das Gelände, auf welchem der Holzsportwettkampf stattfindet, gehört meinem Mann und mir. Deshalb entstehen keine Auslagen.»

Sitzung bringt Klarheit
Wie weiter? «Wir müssen zusammensitzen und die Lage besprechen. Dies wird aber frühestens im Sommer passieren, wenn betreffend der Pandemie hoffentlich etwas mehr Klarheit herrscht», sagt Irene Wechsler. Ob es im Mai 2022 zur 18. Austragung des Holzsportwettkampfs in Luthern kommen werde, hange auch stark von den Meinungen der insgesamt 17 OK-Mitglieder ab.

Stefan Leuenberger

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