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Sonnbühl läutet eine neue Ära ein

Im Alters- und Pflegeheim Sonnbühl kommt es zu Wechseln an den Schlüsselpositionen. Der langjährige Präsident des Stiftungsrats, Franz Felber, gibt sein Amt genauso weiter wie der Heimleiter René Vinatzer. Trotz grosser Veränderungen: Das Sonnbühl sei für die Zukunft «gut gerüstet».

Von links: Die neue Vizepräsidentin des Stiftungsrats Ursula Stadelmann, der neue Heimleiter Kurt Früh und die neue Stiftungsratspräsidentin Cornelia Naef übernehmen von den Abtretenden Hans Getzmann, Stiftungsrat; René Vinatzer, Heimleiter, und Franz Felber, Stiftungsratspräsident. Foto Cornelia Schmid
 

von Cornelia Schmid

«Veränderung ist am Anfang schwer, in der Mitte chaotisch und am Ende wunderschön»: Dieses Zitat von Robin Sharma umschreibt in wenigen Worten die anstehenden Veränderungen im Alters- und Pflegeheim Sonnbühl. Heimleiter René Vinatzer geht in Pension und legt sein Amt, das er neun Jahre lang innehatte, in neue Hände. Franz Felber tritt nach mehr als 22 Jahren, davon 15 Jahre als Präsident, aus dem Stiftungsrat aus.

Chaotisch war es nie im Sonnbühl, doch die chaotischen Zustände in der Welt, etwa während der Pandemie, erforderten das Feingefühl und den Einsatz aller. Nun gehen langjährige Führungspersönlichkeiten in Pension oder treten von ihren Ämtern zurück und dürfen zufrieden zurückblicken.

 

Seit 55 Jahren eine Institution

Das Alters- und Pflegeheim Sonnbühl in Ettiswil hat eine lange Geschichte, an deren Ursprung die Missions-Benediktinerinnen Schwestern stehen. 1965 fanden erste Kontakte ins Luzerner Hinterland statt. Josef Steiner, Gymnasiallehrer aus Ettiswil, hegte den Wunsch, ein Kloster in Ettiswil zu errichten. Er stellte damals den ersten Kontakt her. Der junge Franz Schwegler agierte 1967 als Berater bezüglich des Verkaufs des damaligen Sitzes «Gertrudisheim» im westschweizerischen Freiburg, um dadurch den Erwerb des Grundstückes in Ettiswil zu ermöglichen. Im selben Jahr zogen die ersten vier Schwestern nach Ettiswil. Der Erwerb des Grundstückes in Ettiswil und der Bau des Altersheimes mit Wohnsitz für die Schwestern wurde schliesslich auch durch die grosszügige Schenkung von Josy Lienert aus Einsiedeln ermöglicht. Der Grundsatz «im Dienste der Mitmenschen tätig zu sein» lag den Missions-Benediktinerinnen sehr am Herzen. Und bis heute ist dies der Leitsatz für die Stiftung «Sonnbühl». 1970 wurde die «Stiftung Sonnbühl» gegründet, dessen erster Präsident Franz Schwegler während fast 40 Jahren im Amt war. Im Jahr 2007 übernahm Franz Felber, welcher seit März 2000 Mitglied des Stiftungsrates war, das Präsidium.

 

Eine strategisch wichtige Person

Während seiner Präsidialzeit von nunmehr 15 Jahren hat sich vieles verändert. In dieser Zeit wurde das Angebot «Betreutes Wohnen im Alter», welches gemäss einer Umfrage in der Bevölkerung ein starkes Bedürfnis darstellte, in die Tat umgesetzt. 2012 und 2018 entstanden die zwei Wohnblöcke mit je zwölf Wohnungen. Hier bietet sich für Seniorinnen und Senioren ein selbständiges, unabhängiges Wohnen im Alter, das die Sicherheit bietet, auf Betreuung zurückgreifen zu können, wenn sie von Nöten ist. Mit dem Bau von 2018 wurden zusätzlich Räumlichkeiten für eine Kita geschaffen und sowohl für die Senioren als auch die Kinder eine schöne Basis gelegt für ein Miteinander und Nebeneinander – eine Bereicherung für das Leben für beide Seiten.

Franz Felber habe eine «immens grosse soziale Kompetenz», wird er von seinen Wegbegleitern gerühmt. Er habe geführt, sei immer mit allen sehr wertschätzend umgegangen, ob dies nun Bewohner, Mitarbeiter, Handwerker oder Stiftungsratsmitglieder gewesen seien. Vieles habe er auf direktem Weg erledigt, habe Vertrauen geschenkt und dem Heimleiter freie Hand gegeben und trotzdem seine Kontrollfunktion wahrgenommen. In das operative Geschäft habe er sich nie eingemischt. Brauchte man ihn jedoch, sei er immer da gewesen. Er sei eine strategisch wichtige Person gewesen, die im Hintergrund aktiv war. Eine grosse Stütze sei er sowie der gesamte Stiftungsrat während der schwierigen Pandemiezeit gewesen. Per Ende Oktober 2022 trat Franz Felber aus dem Stiftungsrat aus. Er übergab sein Amt an Cornelia Naef, welche seit drei Jahren dem Stiftungsrat angehört. Aufgewachsen ist sie in Ettiswil und hat nach unterschiedlichen Grundausbildungen die Weiterbildung zur Expertin in Rechnungslegung und Controlling abgeschlossen. Cornelia Naef arbeitet heute als Leiterin Finanzen und Payroll bei der Viva Luzern AG. Im Stiftungsrat Sonnbühl durfte sie das Präsidium «eines gut funktionierenden Netzes» übernehmen und sie freue sich auf ihre Aufgabe.

 

Ein Heimleiter mit grossem Herz

Im September 2013 trat René Vinatzer als Heimleiter ins Sonnbühl ein. Ihm sei es am Herzen gelegen, die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Mieter zu kennen, wann immer möglich diese auch zu erfüllen und den Aufenthalt im Sonnbühl wertvoll zu gestalten. Neben den administrativen Aufgaben, den Gesprächen mit Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitenden, konnte man ihn auch beim Zusammenfegen von zerschlagenen Blumenvasen oder dem Auswechseln von Glühbirnen antreffen. Er pflegte sowohl zu Bewohnern, den Mitarbeitern, als auch zu Handwerkern ein offenes, herzliches Verhältnis und durfte das Vertrauen des Stiftungsrates geniessen. René Vinatzer hält fest: «Die Unterstützung von freiwilligen Helfern, die Zusammenarbeit mit der Spitex, Ärzten, dem Stiftungsrat, Mitarbeitern und Handwerkern, hat in allen Belangen gestimmt.» Es sei eine gute, gesunde Stimmung im Sonnbühl, das generationenübergreifende Zusammenleben sei «eine Win-Win-Situation» für alle. Nun freue er sich auf seine Pension und dürfe mit gutem Gewissen eine für die Zukunft gut gerüstete Institution in neue Hände übergeben.

 

Neue Führungskräfte

Am 1. November trat Kurt Früh als neuer Heimleiter seine Stelle an. Kurt Früh ist in Herisau aufgewachsen, ausgebildeter Sekundarlehrer mit Erfahrungen in den Bereichen Sonderschulheim und als Sozialpädagoge und Wohngruppenleiter im Kinderheim. Bis im Herbst 2022 führte er das Wohnheim der Stiftung «Öpfuböimli» in Huttwil. Während der Einführungszeit im November bot sich Kurt Früh die Gelegenheit, vom bisherigen Heimleiter Tipps zu holen und sich gleichzeitig seine eigenen Gedanken für die neue Aufgabe zu machen. Seine fundierte Ausbildung, sein herzliches, offenes und zugängliches Wesen haben ihn für seine neuen Aufgaben qualifiziert.

Aus dem Stiftungsrat tritt ebenfalls aus: Hans Getzmann. Sein Engagement für die Stiftung Sonnbühl war in den vergangenen Jahren ebenso geschätzt wie wertvoll. Vermutlich war er sogar mehr als Elektriker und Berater in technischen Belangen im Sonnbühl im Einsatz als in seiner Rolle als Stiftungsrat. Seine offene, herzliche Art wurde von allen sehr geschätzt. Neu stellt sich der Stiftungsrat wie folgt auf: Cornelia Naef, Präsidentin; Ursula Stadelmann, Vize-Präsidentin; André Willi, Mit-glied; Daniel Studer, Mitglied; Adrian Trottman, Mitglied (alle bisher), und Matthias Koller, Mitglied (neu).

Was sich in all den 55 Jahren «Sonnbühl» nicht verändert habe, und auch für die Zukunft wünschenswert sei: «Loslassen und neu anfangen gehen oft Hand in Hand.»

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