Statt Schliessung ein Angebotsausbau

Frei- und Hallenbad sanieren und das Angebot rund um die Badi erweitern: Diese Pläne stellte der Verwaltungsrat der Badi Reiden AG an der Gemeindeversammlung vom Montagabend vor. Die Kosten von 9,5 Millionen Franken seien tragbar. „Die vorgeschlagene Lösung belastet die Gemeinde bei einem Weiterbetrieb am wenigsten und ist wirtschaftlich am erfolgreichsten“, sagte Pius Schumacher, Verwaltungsrat der Badi Reiden AG bei der Präsentation. Sie hätten die Aufgabe wahrgenommen und einen realisierbaren Plan B zur möglichen Schliessung erarbeitet. „Letztlich entscheiden die Stimmberechtigten, was ihnen die Badi wert ist.“

Klamm. Sehr klamm sehe es im Geldbeutel der Gemeinde aus. Bei der Präsentation des Finanz- und Aufgabenplans brauchte der für die Finanzen zuständige Gemeinderat Bruno Aecherli mehrfach deutliche Worte. Insofern mag der am Schluss der Versammlung von der Badi Reiden AG – sie gehört zu 100 Prozent der Gemeinde - vorgeschlagene Weg für die Rettung der Badi erstaunen. 

Statt einem totalen Rückbau hin zur grünen Wiese (Kosten 2,5 bis 3 Millionen Franken), der Variante Sanierung des Hallenbades und Rückbau des Freibades (Kosten 7,5 Millionen Franken), schlägt der Verwaltungsrat der Badi AG vor, die bestehenden Anlagen zu sanieren und umzubauen und mit neuen Attraktionen aufzuwerten. Konkret: Auf dem Kleinfeldareal soll ein Erlebnisspielplatz, 16 Standplätze für Durchreisende mit Wohnwagen- oder Wohnmobilen sowie in Zusammenarbeit mit dem einheimischen Verein ein Pétanque-Platz entstehen. Diese Massnahmen sollen mithelfen, die vorhandenen Infrastrukturen der Badi (dazu gehört das Bad, der Spa-Bereich und das Selbstbedienungsrestaurant) über das ganze Jahr hinweg besser auszulasten und somit die Ertragsbasis im Vergleich zum heutigen Modell zu verbessern.

„Wenn wir das Bad nicht verlieren wollen, ist diese Variante die wirtschaftlichste und zukunftsträchtigste“, sagte Pius Schumacher, Mitglied des Verwaltungsrates bei der Präsentation. Das gesamte Projekt ist auf 9,5 Millionen Franken veranschlagt. Um die erforderlichen 5,6 Millionen Franken von Banken zu erhalten, müsste die Gemeinde das Aktienkapital von heute 100‘000 auf 1,5 Millionen Franken aufstocken. Hinzu käme ein Darlehen der Gemeinde von 2,45 Millionen Franken, welches die Badi Reiden AG wie den Bankkredit innerhalb von 20 Jahren zurückvergüten will. „Dies und die Bildung von Rückstellungen für spätere Sanierungen ist möglich, wie Berechnungen der BDO zeigten“, sagte Schumacher. Voraussetzung: Die Gemeinde unterstützt das Frei- und Hallenbad weiterhin mit einem jährlichen Betriebskostenbeitrag. Dieser belaufe sich auf maximal 450 000 Franken und liege somit tiefer als in den vergangenen Jahren. „Ein Bad ist nie kostentragend. Doch trägt es viel zur Standortqualität bei. Andererseits sichern wir so auch das vorgeschriebene Schulschwimmen ab“, so Schumacher. In Anbetracht dessen will die Badi Reiden AG auch mit den umliegenden Gemeinden in Kontakt treten und diese mit Blick auf die Zukunft der Badi Reiden in die Pflicht nehmen.

Braucht Reiden eine Badi oder ist diese bloss „nice to have“? Kann sich die Gemeinde eine Badi leisten? Wieso ist es Aufgabe einer Gemeinde, das Schwimmvergnügen der ganzen Region zu subventionieren? Diese vier Fragen stellte ein Votant am Ende der ausführlichen Präsentation an den Gemeinderat. „Genau dies Punkte stehen auch bei unseren weiteren Beratungen im Zentrum“, antwortet Gemeindepräsident Hans Kunz. Die nächsten Monate werden es zeigen. Die Badi Reiden AG möchte das Projek im September 2018 dem Stimmvolk unterbreiten.

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