Region | Ein alter Brauch, seine Bedeutung und der Volksglaube dahinter

Eine Buchskugel unten und ein Kreuz am oberen Ende. Dazwischen wunderschöne Kränze aus Stechpalmenblättern und polierten Äpfeln: In den Kirchgemeinden sind seit Sonntag wieder prächtige Palmen zu sehen.

Mit dem Brauch gedenken die Gläubigen des Einzugs Jesu in Jerusalem. Rings um die Palmen und den Palmsonntag ranken sich in unserer Gegend viele Geschichten und Bräuche. Zum Ehrenkodex des «Bördalimachers» gehört es, dass seine Werke durchwegs aus sieben Pflanzen bestehen: Stechpalme, Sefi, Buchs, Wacholder, Föhre, Eibe und drei Haselruten. Mystisches rund ums «Palmenbördeli» hat Josef Zihlmann in seinem Buch «Volkserzählungen und Bräuche» festgehalten. Den Palmen wurden «Zauberkräfte» nachgesagt. So sollen sie beispielsweise leichtfertige Mädchen vor unerwünschtem Kindersegen schützen und «Gwürm und Ungeziefer» von Bauernhäusern fernhalten. Als Tee (ohne Eibe) aufgebrüht, helfe ein geweihtes Bördeli gegen Bauchschmerzen. Und gar metereologische Bedeutung soll die Palme gemäss einer alten Bauernregel haben. «Schneits in die Palmen, so schneits in die Halmen».
Stimmt diese Regel, dürfte nach dem sonnigen Palmsonntag kein Flöckchen mehr fallen. So oder so. Das prächtige Wetter liess die Erbauer der schönen Palmen erst recht und zurecht strahlen, wie die Fotos von unzähligen grünen Kunstwerken in der Dienstags-WB-Ausgabe zeigen.

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