Willisau: Offizielle Schlüsselübergabe am Bezirksgericht

Kurz vor Weihnachten hat das Bezirksgericht Willisau den dreigeschossigen Neubau an der Menzbergstrasse bezogen. Am Mittwoch übergab Korporationspräsident Emil Peyer den Schlüssel an Bezirksgerichtspräsidentin Yvonne Zwyssig-Vüllers.

Das Urteil aller Festrednerinnen und -redner an der Schlüsselübergabe fiel einhellig aus: Das neue Bezirksgericht ist ein gelungenes Bauwerk und ein Bekenntnis zum Standort Willisau.

«Nehmt das Willisauer Ringli zum Mass aller Urteile: Hart zu Beginn der Ver handlung, mild und gerecht beim Urteil.» Mit diesen Worten übergab am Mittwochabend Emil Peyer, Präsident der Korporation Stadt Willisau, symbolisch einen rund 1,5 Meter langen Schlüssel aus Willisauer-Ringliteig an die Bezirksgerichtspräsidentin Yvonne Zwyssig-Vüllers.

Grundlage für den neuen Standort des Bezirksgerichts Willis-au an der Menzbergstrasse 16 lieferte die Anfang 2011 in Kraft getretene Justizreform des Kantons Luzern. Im Rahmen dieser Reform wurden die bisherigen sechs Amtsgerichtskreise, die seit 1913 existierten, auf vier Bezirksgerichtskreise reduziert. Die ehemaligen Amtsgerichtskreise Sursee, Willisau und Entlebuch bilden zusammen den neuen Bezirksgerichtskreis Willis-au. Diesen bestimmte der Kantonsrat.

 

Repräsentativ und funktional

Die Korporation hat als Bauherrin in das dreigeschossige Gebäude samt Innenausbau rund 7,2 Millionen Franken investiert. Mit dem Kanton wurde ein Mietvertrag über zehn Jahre abgeschlossen, mit Option auf Verlängerung.

«Das Bezirksgericht Willisau erhält ein optisch wie funktional gelungenes Bauwerk, in dem die Arbeit Freude macht», urteilte Bezirksgerichtspräsidentin Yvonne Zwyssig-Vüllers an der Feier. Entworfen haben den Neubau die Architekten der Willisauer Baureag.

Der Bau beinhaltet drei Gerichtssäle, die Kanzlei, 25 Einzelbüros für Gerichtspräsidenten, Gerichtsschreiber, Richter sowie Cafeteria/Pausenraum, die Bibliothek und Nebenräume wie WC-Anlagen, Materialräume oder EDV-Raum. Im Untergeschoss befinden sich die Einstellhalle mit 25 Plätzen, der Technikraum und das Archiv. Im gleichen Gebäude ist das Friedensrichteramt Willisau untergebracht.

Kurz vor Weihnachten hat das Bezirksgericht seinen Standort bezogen, am 23. Dezember wurde der Gerichtsbetrieb aufgenommen. 28 Personen arbeiten am Bezirksgericht Willisau. Vor allem für die Mitarbeitenden der einstigen Amtsgerichte Entlebuch und Sursee war der neue Standort von grosser Tragweite und «hart wie ein Willisauer Ringli», wie Yvonne Zwissig-Vüllers festhielt. So sei für sie der neue Standort Willisau mit längeren Arbeitswegen verbunden und bedeute, dass sie am Mittag nicht mehr zu Hause essen könne. «Nichtsdestotrotz sind wir froh, dass wir nun unter einem Dach arbeiten.»

 

Willisau wird gestärkt

In ihrer Eröffnungsrede freute sich Stadtpräsidentin Erna Bieri-Hunkeler über «die zusätzliche Stärkung des Regionalzentrums Willisau.» Diese gehe mit dem neuen Standort des Bezirksgerichtes einher. «Wichtiger Aspekt sind die rund 30 Arbeitsplätze.» Zudem sei es der Korporation gelungen, mit dem Neubau «einen städtebaulichen Akzent» zu setzen. «Die Schlüsselübergabe ist ein Freudentag.»

Regierungsrat Marcel Schwerz-mann wertet den Standortentscheid und die damit verbundenen Arbeitsplätze «als Bekenntnis zur Landschaft».

Obergerichtspräsidentin Franziska Peyer-Egli bedankte sich bei den Mitarbeitenden des Bezirksgerichtes für ihre Flexibilität und Bereitschaft, sich im neuen Umfeld zurechtzufinden. -art.

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