«Wir nehmen die Bedenken und Ängste der Fischbacher Bevölkerung ernst«, sagte der Luzerner Sozialdirektor Guido Graf, als er die Sofortmassnahmen im Asylbereich vorstellte. So werden in Fischbach weniger Asylsuchende einquartiert, als einst angekündigt. Im ehemaligen Zeller Bürgerheim auf der Mettmenegg erhalten statt 55 Asylsuchende zwischen 25 und 35 ein Dach über dem Kopf. «Mit dieser Reduktion machen wir einen Schritt auf den Gemeinderat Fischbach zu.» Der Kanton hat mit der Mettmenegg-Besitzerfamilie Ottiger-Zimmermann einen Mietvertag über zehn Jahre abgeschlossen. Ottigers führen in unmittelbarer Nachbarschaft des neuen Asylzentrums einen Landwirtschaftsbetrieb. «Wir haben aus moralischen und wirtschaftlichen Gründen zur neuen Nutzung des alten Heims Ja gesagt», sagte Beat Ottiger gegenüber dem WB. Nun seien bauliche Anpassungen nötig. Der Kanton rechnet dafür mit Kosten von 875000 Franken. Er wird am Dienstag, 6. Dezember, das Baugesuch einreichen. Der Bezug der Unterkunft Mettmenegg sei abhängig von der Behandlung des Baugesuchs sowie den Bauarbeiten, sagte Guido Graf.
Ebenfalls sollen neu im einstigen Amtsgefängnis Willisau Asylsuchende untergebracht werden. Sozialdirektor Graf sprach von 10 bis 15 Personen.
Der Engpass
Der Kanton Luzern benötigt im Verlauf des Januars 2012 rund 100 zusätzliche Plätze für die Unterbringung von Asylsuchenden, hielt Asylkoordinator Dominik Wettstein fest. Weitere 90 Plätze sind ab Mitte März im Zusammenhang mit der Schliessung des Asylzentrums Witenthor in Malters nötig. Anstelle des Letzteren mit 90 Personen werden in Zukunft mehrere Unterkünfte mit 30 bis 40 Asylsuchenden geführt. «Die Last der Unterkünfte soll auf verschiedene Gemeinden verteilt werden», begründete Sozialdirektor Graf. Auf den Ausbau des Asylzentrums Sonnenhof in Emmen wird verzichtet. Dessen Sollbestand bleibt bei 120 Personen.
Die Zivilschutzanlage
Die neuen Unterkünfte auf Mettmenegg und im Gefängnis Willisau sind also nur Teil eines grossen Pakets Sofortmassnahmen, mit denen die Regierung auf den Engpass im Asylwesen reagiert. Kurzfristige Linderung zeichnet sich ab. So werde dem Kanton eine Zivilschutzanlage «für einen beschränkten Zeitraum» zur Verfügung gestellt, sagte Graf. Sie bietet Platz für 100 Personen. Die Zusicherung der Gemeinde liege vor. Den Standort dieser besagten Zivilschutzanlage wollte Graf nicht nennen. «Diese Gemeinde möchte die Öffentlichkeit selber informieren», begründete er – worauf unter den Pressevertretern munter spekuliert wurde.
Die Containersiedlungen
Ebenfalls zu Spekulationen Anlass gibt der Beschluss der Regierung, den Bau von Containersiedlungen auf eigenen Landparzellen zu prüfen. «Diese sollen als langfristige Reserveplätze zur Verfügung stehen.» Wo konkret Landstücke auf die Tauglichkeit überprüft werden, war an der Orientierung nicht zu erfahren.
Das Bundeszentrum
Für die Regierung ist die Nutzung von bundeseigenen Liegenschaften als Bundeszentrum denkbar. Grund? «So werden einerseits dem Kanton Luzern anteilsmässig weniger Asylsuchende zugewiesen, andererseits werden in Bundeszentren die Asylverfahren rascher und effizienter abgewickelt», begründete Graf und forderte zum Schutz der Bevölkerung «Sicherheitsmassnahmen» und «die konsequente Durchsetzung der Regeln im Zentrumsbetrieb».
Mögliche Standorte eines Bundeszentrums gibt es im Kanton Luzern einige, denn die Liste der bundeseigenen Liegenschaften ist lang. Die Rede war etwa von den Militärunterkünften im Eigenthal. «Wir erwarten, dass das Bundesamt für Migration die betroffene Gemeinde frühzeitig und sachgemäss informiert.» Zudem habe der Bund auf die Einwohnerzahl vor Ort Rücksicht zu nehmen.
Der Verteilschlüssel
Luzern muss vom Bund 4,9 Prozent der Asylsuchenden übernehmen. «Wir sind auf die Zusammenarbeit mit den Gemeinden und das Verständnis der Bevölkerung angewiesen», betonte Graf.
Der Kanton will daher auch mit dem Verband Luzerner Gemeinden über die Verteilung sprechen. Gemäss der kantonalen Asylverordnung kann die Regierung die Verteilung der Asylsuchenden auf die Gemeinden beschliessen. In diesem Fall müssen diese innerhalb von sechs Wochen geeigneten Wohnraum zur Verfügung stellen.
Wir regagieren die Gegner des Asylzentrums auf die neuste Entwicklung?
Was sagt der Gemeinderat dazu?
Warum sagt die Familie Ottiger trotz dem Widerstand der Bevölkerung Ja zum Zentrum?
Die Antworten zu diesen Fragen sind im WB vom Dienstag, 6. Dezember, zu finden.








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