Region Willisau: Gemeinden machen Nägel mit Köpfen

Die elf Gemeinden des Kooperationsprojekt Region Willisau arbeiten künftig in mehreren Bereichen enger zusammen. Es sind dies die Spitex, das Steueramt und die gemeinsame Interessenvertretung.

In den letzten Wochen haben mehrere Projektgruppen Entscheidungsgrundlagen in den vier Teil-projekten erarbeitet. An der Versammlung vom 23. November haben die Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten der elf beteiligten Gemeinden – Alberswil, Ettiswil, Fischbach, Gettnau, Grossdietwil Hergiswil, Luthern, Menznau, Ufhusen, Willisau, Zell – diese Unterlagen diskutiert und konkrete Beschlüsse gefasst. Dies schreiben die Verantwortlichen in ihrer Medienmitteilung

Gemeinsame Steuerämter

So wollen die Gemeinden im Bereich Steuerwesen enger zusammen arbeiten. Konkret geplant ist, dass in der Kooperationsregion zwei bis drei gemeinsame Steuerämter entstehen sollen. Die Umsetzung soll mit der Einführung von LUTAX bis spätestens im Jahr 2014 erfolgen. Eine verstärkte Zusammenarbeit ist auch in der Buchhaltung geplant. Bei Vakanzen oder Personalwechseln wol-len sich die Gemeinden in Zukunft gegenseitig unterstützen.

Zusammenschluss der sechs Spitex Vereine zu einem regionalen Verein

Im Themenbereich Spitex hat die Projektsteuerung entschieden, den Vorschlag für einen Zusam-menschluss der bestehenden sechs Spitex Vereine zu einem regionalen Spitex Verein weiter zu verfolgen. Dafür soll zunächst ein Umsetzungsprojekt definiert werden, in welchem Fragen wie Standort der Geschäftsstelle, Anzahl und Orte der Stützpunkte, Namen oder künftige Rolle derbestehenden Vereine geklärt werden sollen. Auf der Basis der Resultate dieses Umsetzungsprojektes soll bis spätestens Ende Juni 2012 ein definitiver Entscheid über die Bildung einer gemeinsamen Trägerschaft getroffen werden. Fällt der Entscheid positiv aus, soll der Zusammenschluss auf den 1. Januar 2014 erfolgen. Eine vermehrte Zusammenarbeit wird auch im Themenbereich Alter geprüft, insbesondere auch, was die Frage der Aufgabenteilung unter den acht Alters- und Pflegeheimen der Kooperationsregion betrifft.

Bessere Vertretung gemeinsamer Interessen

Um die Interessen der Kooperationsregion besser nach aussen vertreten zu können, wollen sich die Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten zusammen mit dem jeweiligen Ressortverantwortlichen in Zu-kunft mindestens zwei Mal im Jahr mit den neun Kantonsräten der Projektregion, Vertreter von Organisationen der Regionalentwicklung sowie – wo sinnvoll – mit Regierungsräten zu einem Austausch treffen. Für die Vorbereitung und Organisation dieser Treffen ist jeweils eine dreiköpfige Kerngruppe verantwortlich, die aus den Gemeindepräsidenten der elf Kooperationsgemeinden nach einem Rotationsverfahren gewählt wird. Als erste Mitglieder der Kerngruppe wurden gewählt: Beat Burri, Luthern (Leitung), Adrian Duss, Menznau, und Martha Stöckli-Riedweg, Fischbach. Ein erstes Austauschtreffen ist im Frühjahr 2012 geplant. Noch offen ist, wie der Name der Kooperationsregion in Zukunft lauten soll. Die Projektsteuerung wird darüber an ihrer nächsten Sitzung im Februar 2012 entscheiden.

In Abklärung: Beitritt zum Rechenzentrum der Stadt Luzern

Im Teilprojekt Informationstechnologie IT wird ein Beitritt zum Rechenzentrum der Stadt Luzern geprüft. Diese Lösung ist einfach und ohne grossen Aufwand umsetzbar. Sie könnte zeitlich gestaffelt erfolgen und würde auch dann einen Nutzen erbringen, wenn nur ein Teil der Gemeinden mitmacht. Im Moment ist jedoch noch nicht klar, ob die Stadt Luzern ihre Dienstleistungen, die bis-her unter anderem von Willisau in Anspruch genommen wurden, auch in Zukunft anderen Ge-meinden anbietet. Der Stadtrat von Luzern wird darüber bis im Februar 2012 einen Beschluss fällen. Die Projektsteuerung hat deshalb beschlossen, diesen Entscheid abzuwarten und dann über das weitere Vorgehen zu befinden.

Planung einer zweiten Projektphase

Der Verlauf der ersten Projektphase dürfe als erfreulich bezeichnet werden, schreiben die Verantwortlichen in ihrer Medienmitteilung. Die Entscheidungsgrundlagen für die vier Teilprojekte konnten termingemäss, im Rahmen desgenehmigten Budgets und unter einer hohen Mitwirkung der Gemeinden erarbeitet werden und sie haben zu konkreten Ergebnissen geführt. Die Stimmung in der Projektsteuerung sei sehr offen und konstruktiv, ist in der Mitteilung zu lesen. Das Kooperationsprojekt habe auch zu einem besseren Verständnis unter den Gemeinden beigetragen und das gegenseitige Vertrauen und regionale Denken gefördert.

An der nächsten Sitzung wird die Projektsteuerung über die Fortsetzung des Projekts und die möglichen Themen für eine zweite Projektphase entscheiden. Die Gemeindebehörden der elf Gemeinden sind eingeladen, bis zur nächsten Sitzung Themen vorzuschlagen.

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